Das KZ im Columbiahaus

von Boxer-Dieter

Zeitzeuge Wolfgang Szepansky
Zeitzeuge Wolfgang Szepansky

Erinnern-Gedenken-Mahnen, so lautet die Inschrift am Gedenk-Ort Columbiadamm/Ecke Golßener Straße. Das heute nicht mehr vorhandene Columbiahaus war ab 1933 Gefängnis und vom 8.1.1935 bis zum 15.11.1936 ein Konzentrationslager der nationalsozialistischen Machthaber. Hier wurden Menschen gefangengehalten, entwürdigt, gefoltert, gemordet.

Auf dem heutigen Flughafengelände Tempelhof, gegenüber der Polizeidirektion, diente das Columbiahaus ursprünglich als Militär-Arrest-Gebäude des Garde-Kürassier-Regiments. Es wurde nach der Machtübernahme der Nazis eines der ersten sogenannten wilden KZ und eine berüchtigte Stätte des Folterns und Mordens.

Über 8.000 politische Gegner der Nationalsozialisten waren in diesem von der SS eingerichteten einzigen eigenständigen Berliner KZ inhaftiert. Unter ihnen waren zum Beispiel Sozialdemokraten (der Reichstagsabgeordnete Ernst Heilmann, Friedrich Ebert jun., Sohn des Reichspräsidenten, der spätere SPD-Landesvorsitzende Franz Neumann), Kommunisten (Werner Seelenbinder, Erich Honnecker) sowie engagierte Humanisten (der spätere Chef-Ankläger der USA bei den Nürnberger Prozessen, Robert M. W.Kempner, der Jurist Hans Litten) und seit 1935 viele Homosexuelle. Hier wurden auch spätere KZ-Kommandanten ausgebildet.

Im November 1936 schloss man das Gebäude und überführte die Häftlinge nach Sachsenhausen; 1938 wurde es im Zusammenhang mit dem Neubau des Flughafens abgerissen. Heute erinnert ein aus Eisen gefertigtes Mahnmal an das Columbiahaus.