von Boxer-Dieter.
60 Jahre nach der Befehlsauslösung der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki hat ein Netzwerk Friedenskooperative, in dem hauptsächlich die Vereinigung Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs, Ärzte in sozialer Verantwortung und die Bündnisgrünen arbeiten, den Platz vor der Truman-Villa in der Karl-Marx-Str. 2 in Hiroshima-Platz umbenannt.
In den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde die Villenkolonie Neubabelsberg für jene ausgelegt, die es in Berlin zu Reichtum gebracht hatten - mit einer von Kaiser Wilhelm I. bestimmten Auflage der Bauordnung: Zur Straßenseite nicht zu protzig, damit das Volk nicht unruhig wird.
In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts kauften sich überwiegend Filmstars hier ein; nach 1933 allerdings mit wenig Moral, da einige Besitzer jüdischen Glaubens durch die Nazis vertrieben wurden und emigrieren mussten.
Zur Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis 2. August 1945 residierten die USA, Großbritannien und die UdSSR in Neubabelsberg. Nach Ende der Konferenz blieb die Armee der UdSSR in Babelsberg und verbarrikadierte die Villenkolonie.
Nach Little White House, wie die Truman-Villa auch genannt wurde, sieht man schräg gegenüber in der Nr. 66 eine burgähnliche Villa, die nach Plänen des Bruders von Otto Lilienthal, des Architekten Gustav L. erbaut wurde. Als späteres Gästehaus der Babelsberger UFA-Filmstudios genutzt, wohnten hier zeitweise Heinz Rühmann, Marlene Dietrich und Hans Albers.
In der Virchowstr. 43 ist die Villa des jüdischen Bankiers Goldschmidt zu sehen, die nach der Arisierung eine Reichsführerinnenschule beherbergte.
Im Haus Virchowstr. 23 residierte Winston Churchill und nach verlorener Wahl ab 28. Juli Clement R. Attlee.
Die Villa Karl-Marx-Str. 27 war von der Delegation der UdSSR und Stalin besetzt worden und wurde bis auf die andere Seeseite bewacht.
Die Karl-Marx-Straße hieß von 1939-45 Straße der SA, weil in den Häusern 33 und 34 das Polizeihaus Kurmark-Brandenburg und der Kameradschaftsbund deutscher Polizeibeamter hier einzogen.
Gegenüber der Stalin-Villa führt ein Fußweg hinauf zur Spitzweggasse, die früher Bergstraße hieß. Bei der heutigen Nr. 2A befand sich seit 1940 ein jüdisches Siechen- und Altenheim. Im Januar 1943 wurde das Heim durch die Gestapo geräumt und die letzten in Potsdam lebenden Juden in Vernichtungslager deportiert.